Karneval 2023: Wieder mit Zug durch Schlebusch

Am Samstag, den 18. Februar 2023, ist es soweit: Der Schlebuscher Schull- un Veedelszoch zieht nach zweijähriger Pause wieder durch unser Dorf. Lange mussten die Jecken bangen, ob das große Vergnügen stattfindet. Doch Dank zahlreicher Spenden – auch die WFG beteiligte sich – kann die Großveranstaltung um 13.11 Uhr starten.

Lilo Schmitz, die Vorsitzende der organisierenden KG „Grün-Weiß“ Schlebusch e.V., berichtet über den Karneval nach der COVID-Pandemie.

Für den Kalender: Was passiert an Karneval wann?
Am 16. Februar ist Weiberfastnacht. Mit dem „Weibersturm“ ziehen die Jecken durch Schlebusch. Unter anderem führt unser Weg über den Bauernmarkt auf dem Arkadenplatz und endet am Lindenplatz im „Festzelt“ von Seri Limani – Haus Ferger, wo der Straßenkarneval mit einem bunten Programm und viel Musik eröffnet wird. Es folgt der Höhepunkt des “Schliebijer Fastelovend“ – unser Schull-un Feedelszoch – am 18.02.2023 ab 13.11 Uhr. Am 19.02. findet der Zug in Wiesdorf statt und am 20.02. läuft der Rosenmontagszug in Opladen. Wir nehmen Abschied vom Nubbel am 21.02. im Pfannkuchenhaus Ferger. Er wird verbrannt und wartet auf sein „nächstes Leben“, dass am 11.11.2023 um 11.11 Uhr erneut beginnt. Aschermittwoch ist dann alles vorbei? Weit gefehlt!
Nach der Session ist vor der Session – die Probetrainings der Tanzgruppen starten unmittelbar:
Probetraining der Tanzgruppe „Die Schlebuscher“: 27.02. und 02.03.2023
Probetraining der „Schlebuscher Pänz“: 03.02.2023

Strammes Programm … wie hältst du das durch?
Ich habe rheinisches Blut. Und alle Karnevalisten haben und brauchen viel Eigenmotivation.

Die KG „Grün-Weiß“ feiert ein jeckes Jubiläum: 88 Jahre. Das motiviert zusätzlich?
Klar. Normalerweise feiert man in das Jubiläum hinein. Das ging letzte Session nicht. Darum feiern wir dieses Jahr hinaus, unter dem Motto: Ne Draum wäd wohr – 88 Johr.

Was liegt dir aktuell am meisten am Herzen?
Ich möchte alle Menschen ermutigen, die Veranstaltungen zu besuchen. Es wurden tolle Künstlerinnen und Künstler gebucht – die Programme wurden wegen Corona auf Eis gelegt, müssen jetzt aber bezahlt werden. Das funktioniert nur, wenn ausreichend Karten verkauft werden. Fehlen die Einnahmen durch Ticketverkauf, kommen die Karnevalsvereine schwer in Bedrängnis und die Insolvenzschiene.

Und wie sieht es bei der KG „Grün-Weiß“ aus?
Gut! Der Stadtteil steht hinter uns. Sämtliche Sitzungen sind gut besucht – nicht so stark wie vor zwei Jahren, aber im Vergleich zu anderen Veranstaltungen, sind uns die Schlebuscher treu geblieben. Danke dafür! Und durch viele, viele kleine und große Spenden kann nun auch unser Zug laufen. An dieser Stelle ebenfalls ein herzliches Dankeschön an die Werbe- und Fördergemeinschaft. Auch eure Spende von 5000 € hat unseren Zug möglich gemacht.

Was ist denn so teuer?
Security ist ein riesiger Posten. Wir müssen Sorge tragen, dass alle Menschen sicher feiern können. Da sich die Atmosphäre teils ändert und manche Menschen nicht mehr in karnevalistischer, friedlicher Art feiern, brauchen wir Security-Personal, Absperrungen, Reinigungs- und Rettungsdienste. Hinzu kommen Gebühren für Verwaltung und allgemein steigende Kosten. Großer Dank an Polizei, Feuerwehr und Sanitätsdienst.

Du rufst auf zu Frohsinn auf in krisenhaften Zeiten.
Schwierigkeiten muss man genau ins Auge nehmen und damit umgehen – keine Frage. Aber Trübsal blasen ist sicher keine Option. Karneval zu feiern, hilft der Seele. Das ist Selbstfürsorge und bewirkt, dass man sich insgesamt besser fühlt. So kann man gestärkt für andere da sein.

Wie sieht es mit dem Nachwuchs aus?
Gute Frage. Bei unserer Sammelaktion in der Fußgängerzone erzählten Eltern, dass ihre Kinder den Karneval nicht kennen. Wenn der Eintritt in den Kindergarten in die Zeit der Pandemie fiel, konnte kein Bezug entstehen. Und wir müssen auch an einigen Schulen wieder Starthilfe geben, für die Beteiligung an unserem Zug. Zum Glück gibt es Gegenbeispiele wie die Waldschule. Hier haben sich über 150 Personen angemeldet und man sagt „Jetzt erst recht“.

Was spricht für die „Schlebuscher Pänz“ und „Die Schlebuscher“, eure Tanzgruppen?
Ganz viel. Hier erleben die Kinder mehr als Zusammengehörigkeit. Hier bekommen Sie Aufmerksamkeit und bilden ein gesundes Selbstbewusstsein aus. Ganz unkompliziert lernen sie Brauchtumspflege. Und natürlich trainieren sie ihre Fitness. Vor allem lernen die Kinder, mit dem Karneval umzugehen, speziell mit dem Thema Alkohol. Dafür haben wir keine Zeit, weil wir auf den Bühnen Frohsinn verbreiten möchten. Unsere Lachmuskeln werden durch Beifall stimuliert und nicht durch Alkohol!

Danke für diese Hintergrundinformationen und für Deinen Einsatz, liebe Lilo. Ganz viel Freude an den tollen Tagen!

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